Was wissen und erwarten Verbraucher von nachhaltiger Aquakultur?

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Nachhaltigkeit ist ein viel diskutiertes Thema – auch beim Fischkauf. Aquakultur oder lieber Wildfisch, welche Wahrnehmung und welche Kenntnisse haben die Verbraucher eigentlich? Dieser Frage ist das Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig nachgegangen.

Dafür wurden Diskussionen mit 56 zufällig ausgewählten Verbrauchern in Hamburg, Leipzig und Stuttgart durchgeführt. Die Teilnehmer äußerten ihre Erwartungen an eine nachhaltige Aquakultur, den Bekanntheitsgrad von Aquakultur-Labeln und ihren Informationsbedarf.

Dabei zeigte sich, dass ein erhebliches Informationsdefizit besteht. Der Verbraucher hat oft nur geringe Kenntnis über die Herkunft und Produktionsweise von Fisch und insbesondere über Produkte aus der Aquakultur. Dennoch sind Informationsbedürfnis und Problembewusstsein nicht sehr ausgeprägt. Das einzige relativ bekannte Label in Zusammenhang mit Fischprodukten war das MSC-Siegel. Viele Teilnehmer wussten allerdings nicht, dass sich dieses Siegel nur auf Wildfisch, nicht auf Fisch aus Aquakulturen bezieht. Es wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit und Labels für Aquakulturprodukte bei der Kaufentscheidung bisher keine große Rolle spielten.

Dennoch spricht viele Verbraucher das Thema Aquakultur und Fischwirtschaft auf einer emotionalen und moralischen Ebene an. Natürlichkeit, das Wohl der Fische und geringer Medikamenteneinsatz sind den Konsumenten wichtig. Sie legen Wert auf artgerechte Haltung der Meerestiere. Auch der Umweltschutz wurde als wichtiges Kriterium für eine nachhaltige Aquakultur angeführt. Viele Teilnehmer übertrugen den Begriff der ökologischen Landwirtschaft auf die Fischzucht und erwarten dies von der Aquakultur. Eine ökologische Fischzucht halten die Verbraucher für die nachhaltigste Form.

Die Botschaften in der Werbung sollen eindeutig sein und Nachhaltigkeitslabeln sollten Standards zugrunde liegen, die im Internet in verständlicher Weise erklärt werden. Auch die Verpackung ist eine bedeutsame Informationsquelle für den Kunden. Hier sollten die wichtigsten Informationen klar, übersichtlich und leicht verständlich vermerkt werden. Ein weiteres Fazit der Diskussionen war, dass falsch verstandene oder unklare Botschaften den Verbraucher verunsichern und dazu führen, dass die gesamte Branche ihre Glaubwürdigkeit verliert.

 

Quelle: Fischmagazin 8/2014

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