TV-Sendung deckt Täuschung auf: Garnelen statt Scampi in Restaurants

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Das NDR-Fernsehen strahlte am 28. September 2015 in seinem Verbrauchermagazin „Markt“ einen Beitrag mit dem Titel „So schummeln Restaurants mit Scampi“ aus.

Eine Stichprobe in fünf Lokalen in Hamburg ergab, wie Gäste getäuscht werden. Den Testessern wurden statt der auf der Speisekarte angebotenen und ausdrücklich bestellten edlen Scampi lediglich Garnelen serviert ‒ auch bei den bekannten Restaurant-Ketten Gosch und Vapiano.

In einem italienischen Restaurant wurden „Spaghetti con Scampi“ für 12,90 Euro angeboten und Scampi vom Grill für 22,50 Euro. Bei beiden handelte es sich laut DNA-Analyse um  Garnelen. Auch bei der Gastronomiekette Vapiano sind die Scampi auf der Pizza für 9,90 Euro nicht echt. Vapiano teilte jetzt mit, man habe die Bezeichnung „Scampi“ bei allen Gerichten in „Gamberetti“ geändert. Auch in der Fischimbisskette Gosch wurden die Tester getäuscht: Die Scampi vom Grill für 7 Euro waren eigentlich Garnelen. Gosch wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

In Deutschland dürfen nur Tiere der Gattungen Metanephrops spp. und Nephrops norvegicus als Scampi verkauft werden. „Wenn Scampi versprochen werden, müssen auch Scampi auf dem Teller sein“, sagt die Hamburger Wettbewerbszentrale. Daher will sie jetzt  gegen Gosch wettbewerbsrechtlich vorgehen.

So unterscheiden sich Scampi und Garnelen: Scampi sehen aus wie kleine Hummer, sie haben Scheren und eine breite Schwanzflosse. Es gibt sie nur aus Wildfang. Sie sind deutlich teurer als Garnelen, die auch aus der Zucht stammen können. Der Preis für Scampi liegt im Einkauf bei 32 bis 35 Euro pro Kilogramm. Die Garnele ist eine andere Tierart, sie hat Fühler und einen viel schmaleren Schwanz. Ihre gräuliche Farbe verändert sich erst beim Garen zu Rosa. Der Preis im Einkauf beträgt 8 bis 13 Euro. Die meisten Garnelen werden geschält und gefroren verkauft. Diese kosten im Einkauf rund 4 bis 5 Euro pro Kilogramm.

Wer im Restaurant ganz sicher gehen will, lässt sich die ganzen Tiere zeigen oder alternativ die Verpackung der Scampi. Sie sind an ihren Scheren zu erkennen oder auf der Verpackung an der lateinischen Bezeichnung Metanephrops spp. und Nephrops norvegicus.

Quelle: Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels 55/2015

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