Seekühe im Amazonas

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Von den Seefahrern wurden sie früher für Meeresnixen gehalten. Heute werden die vier noch lebenden Arten auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft.

Die kleinste Rundschwanz-Seekuh, die Amazonas-Manati, ist selten geworden. Ihre Friedfertigkeit und Behäbigkeit haben sie zu einer leichten Beute für den Menschen gemacht; ihr Fleisch und Fett sind begehrt. Die voranschreitende Rodung des Regenwalds setzt ihr außerdem zu.

Um den Nationalpark Jaù zu schützen, erklärte ihn die Unesco 2000 zum Welterbe. Der Parque Nacional do Jaú ist mit 2,3 Millionen Hektar der zweitgrößte Nationalpark Brasiliens und liegt am Rio Negro im Bundesstaat Amazonas. In dem von unzähligen Flüssen durchzogenen Dschungelgebiet leben 60 Prozent aller weltweiten Fischarten, darunter eine große Anzahl elektrischer Fische. Auch der rosa Flussdelphin ist hier zu Hause.

Dennoch ist der Amazonas so gefährdet wie lange nicht mehr. Die mächtige brasilianische Agrar- und Bergbau-Lobby will die Schutzgebiete aufgrund von wirtschaftlichen Interessen auflösen. Im Unterhaus hat sie 60 Prozent der Abgeordneten auf ihrer Seite. Der WWF und andere Organisationen kämpfen darum, den frontalen Angriff auf die Natur abzuwehren. Die Brasilianer selbst sollen auf der Seite der Umweltschützer stehen. Bleibt zu hoffen, dass sie sich durchsetzen können – zum Wohle des Amazonas und seiner Bewohner – und auch für die Manati-Seekuh.

 

Westerwälder Zeitung, 03.08.2015

Über Vidal

Vidal

Feinster frischer Fisch, nicht nur Lachs, wöchentlich aus den kalten Nordmeeren in den Westerwald geliefert. Sorgfältig und mit handwerklich höchsten Ansprüchen verwandelt in eine Vielzahl von Geschmackserlebnissen.

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