Save Our Souls – Seenotrettung früher und heute

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Seit 150 Jahren rettet die DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) in der Nord- und Ostsee Leben. Während dieser Zeit haben sich die Seenotkreuzer und Rettungsboote erheblich verändert.

Der 150. Geburtstag der DGzRS fällt in eine Zeit, in der das Thema „Seenotrettung“ aktueller denn je ist; eine Zeit, in der im Mittelmeer Hunderte von Flüchtlingen sterben. Doch die DGzRS kann ihre Schiffe nicht einfach in den Süden schicken. Die Gesellschaft finanziert sich ausschließlich durch private Spenden und Zuwendungen der Reedereien. Außerdem sind viele der 20 Seenotkreuzer und 39 Rettungsboote für den Einsatz im fernen Mittelmeer nicht geeignet und sie würden vor Ort fehlen.

Erfahrung hat die Gesellschaft, denn seit 1865 ist sie im Einsatz. Zu dieser Zeit noch mit robusten Ruderbooten, der Dienst auf ihnen war knochenhart. 1911 wurde dann das erste motorisierte Rettungsboot, die zehn Meter lange „Oberinspektor Pfeifer“, eingesetzt. Diese Boote waren aber mit einer Geschwindigkeit von zehn Knoten (18,5 Stundenkilometern) viel zu langsam. 1957 setzte dann die „Theodor Heuss“ neue Maßstäbe in der Seenotrettung. Mit ihren drei Motoren hatte sie eine Gesamtleistung von 1.847 PS und erreichte damit 20 Knoten, das sind immerhin 37 Stundenkilometer.

Doch der technische Fortschritt blieb damit nicht stehen. 1967 wurde die „Paul Denker“ vollständig aus Aluminium gebaut, um Gewicht zu sparen. 1975 kam der nächste Schritt mit der 44 Meter langen „John T. Essberger“, die 30 Knoten (55,5 Stundenkilometer) schaffte. 1980 konnte die Gesellschaft, ein universell einsetzbares Boot, die „Eiswette“ in ihre Flotte aufnehmen. Die technische Ausstattung dieses Schiffes machte es möglich, alle erforderlichen Räume, Maschinen und Gerätschaften in einem 23-Meter-Boot unterzubringen, das 20 Knoten fuhr und in Nord- und Ostsee einsetzbar war. 2003 wurde dann die „Hermann Marwede“ in Dienst gestellt; mit 44 Metern das größte Boot in der Flotte der DGzRS. Es fährt 25 Knoten (46 Stundenkilometer), kann mit einem Pfahlzug von 25 Tonnen auch kleinere Schiffe auf den Haken nehmen und verfügt über ein kleines Hospital. Die „Marwede“ kann bis zu 400 Personen aufnehmen.

Wichtigstes Ausstattungsmerkmal der Seenotkreuzer sind die „Geheimwaffen“, die im Rumpf der Schiffe untergebracht sind: die Tochterboote. Diese können schnell über ein hydraulisches System zu Wasser gelassen werden. Sie verfügen über hochmoderne Technik und Verletzte können so direkt versorgt werden.

Die Seenotkreuzer gehören zu den sichersten Schiffen. Alle sind Selbstaufrichter und haben eine doppelte Schiffshülle. Die gitternetzartige, kleinteilige Bauweise bietet größte Sicherheit, die Kreuzer können einer Grundberührung standhalten

Seit ihrer Gründung verlor die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger 45 Mann auf See. Demgegenüber stehen 82.000 Menschen, die in dieser Zeit aus Seenot gerettet wurden. Im letzten Jahr wurden 55 Menschen vor dem sicheren Tod bewahrt und 713 Personen aus einer gefährlichen Lage befreit.

Quelle: FAZ 12.05.2015

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