Greenpeace warnt vor Zerstörung …..

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Neue Greenpeace-Untersuchung warnt vor Zerstörung von „Teilen der nördlichen Barentssee“

Weil sich in der norwegischen Arktis die Eisdecke zurückzieht, können Fangfirmen in bislang unerschlossenem Gebiet fischen – mit unabsehbaren Folgen für das Ökosystem.

Es gibt nicht mehr viele unerforschte Gebiete auf unserem Planeten. Weite Teile des arktischen Ozeans entzogen sich bislang dem menschlichen Zugriff – weil sie unter einer Eisdecke geschützt waren. Doch der Klimawandel lässt diese natürliche Barriere schmelzen.

Die Greenpeace-Untersuchung zeigt, dass industrielle Fischereiflotten immer weiter in die nördliche Barentssee im norwegischen Teil der Arktis vordringen. Dort, wo zuvor dickes Eis der Ausbeutung der Meere im Weg stand, können Fischtrawler inzwischen weit in bislang unerschlossenes Gebiet vordringen. Greenpeace hat rund 18 Millionen Schiffs-Positionssignale der Fischereiindustrie analysiert.

Mit zerstörerischen Fangmethoden greift der Mensch in dieses unbekannte Ökosystem ein: Mit Metallwalzen beschwert hinterlassen Grundschleppnetze eine Schneise der Verwüstung auf dem Meeresboden. Die nördliche Barentssee und die Gewässer rund um Spitzbergen sind Heimat einer außerordentlichen Biodiversität. Hier gibt es Kaltwasserkorallen, verschiedene Walarten wie Belugas, Finn- und Grönlandwale, Eisbären, Walrösser und einige der weltweit größten Kolonien von Seevögeln wie etwa Papageitaucher und Lummen. In der Barentssee leben außerdem über zweihundert Fischarten, von denen der Kabeljau-Bestand der größte der Welt ist.

Drei Fangunternehmen, die den Fischfang in der norwegischen Barentssee dominieren, haben schon in den hohen, bislang unzugänglichen, Breitengraden nach Kabeljau gefischt. Über ein Netzwerk von Händlern und Fischverarbeitern beliefern sie Abnehmer in Europa, Asien und Nordamerika. Nicht zuletzt der britische Imbissklassiker Fish and Chips sorgt für stete Nachfrage nach Kabeljau aus der Barentssee.

Greenpeace bemängelt, dass es in Norwegen keine Gesetzgebung gibt, die diese empfindlichen Meeresgebiete der nördlichen Barentssee adäquat unter Schutz stellt. Die Umweltschutzorganisation fordert die norwegische Regierung auf, in der nördlichen Barentssee und rund um Spitzbergen ein Meeresschutzgebiet einzurichten, in dem jegliche industrielle Nutzung untersagt ist.

Andere Wissenschaftler halten die Feststellungen von Greenpeace für zu pauschal und nur zum Teil wissenschaftlich belegbar.

 

 

Quellen: Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels 17/2016, Greenpeace

 

Über Vidal

Vidal

Feinster frischer Fisch, nicht nur Lachs, wöchentlich aus den kalten Nordmeeren in den Westerwald geliefert. Sorgfältig und mit handwerklich höchsten Ansprüchen verwandelt in eine Vielzahl von Geschmackserlebnissen.

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